SPD-Kreistagsfraktion sieht gute medizinische Versorgung im Landkreis

Veröffentlicht am 24.03.2015 in Gesundheit

Der stellvertretende SPD Fraktionsvorsitzende Dirk Lippmann sah in dem Umgang mit dieser Entwicklung eine der großen Zukunftsfragen, die unsere Gesellschaft beschäftigen werden. Nur wenn es gelinge, die medizinische Infrastruktur zu erhalten, könne der ländliche Raum an Attraktivität gewinnen.

 

Die SPD Kreistagsfraktion hatte zu einem von Kreisrat Dirk Lippmann vorbereiteten und geleiteten Fachgespräch zur medizinischen Infrastruktur in das Klinikum Neumarkt eingeladen, um in einem Fachgespräch die aktuelle Situation und absehbare Entwicklungen zu beraten.

 

Neben den Mitgliedern der SPD Kreistagsfraktion nahmen Dr. Wolfgang Bärtl (Kassenärztliche Vereinigung Bayern), Dr. Klaus Kubitschek (Ärztenetz Neumarkt) und Peter Weymeyr, Vorstand des Klinikums Neumarkt teil.

Aus der medizinischen Versorgungssituation im Landkreis Neumarkt lasse sich rein rechnerisch noch kein Ärztemangel ableiten, erklärte Dr. Kubitschek. Dies sei jedoch auch durch die Tatsache bedingt, dass die Berechnungsgrundlage von ehemals 1300 Einwohner pro Hausarzt auf 1600 Bewohner pro Hausarzt angehoben wurde. Dies habe zur Folge, dass derzeit eine Versorgung von 110% (früher 94%) im Landkreis gegeben sei.

Kommunen sei es jetzt schon bereits erlaubt, sog. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu errichten. Dr. Kubtischek gab zu bedenken, dass dann die Unabhängigkeit der Ärzte gefährdet sei. Außerdem könnten ärztliche Dienstleistungen missbraucht werden, um Gewinnmaximierung zu erzielen. Dr. Bärtl erklärte, dass die Politik durchaus jetzt endlich erkannt habe, die ärztliche Versorgung zu stärken. Es gebe die Tendenz wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch, dass sich Ärzte in den Ballungszentren vornehmlich niederlassen.

 

Der Mediziner  gab einen fundierten Überblick über Versorgung mit Hausärzten im Landkreis. Dabei stellte er fest, dass das Durchschnittsalter der praktizierenden Ärzte  immer älter werde. Im Landkreis gebe es derzeit die Situation, dass sich Hausärzte noch niederlassen könnten. Jedoch gebe es für zukünftige Hausärzte immer weniger attraktive Rahmenbedingungen. Eine Gefahr sah Dr. Bärtl auch im Trend zur Staats- und Konzernmedizin. Bundesweit befürchtete er einen schleichenden Abbau von Fachärzten und kritisierte das Vorhaben von gesetzlich verordneten Zwangsterminierungen. Der stellvertretende Landrat und Berger Bürgermeister Helmut Himmler warnte eindringlich davor, dass die Gesundheit der Bürger nicht vom Geldbeutel abhängen dürfe. Jeder Bürger müsse die ärztliche Versorgung bekommen, die er brauche.
Einen Ausblick in die Zukunft anhand des vorliegenden Zahlenmaterials gab Dr. Kubitschek für den Landkreis. Es gebe hier eine zweigeteilte Situation, der nördliche Landkreis könne voraussichtlich den Versorgungsgrad halten. Leider gebe es im Bereich der hausärztlichen Versorgung vor allem im südlichen Landkreis Anzeichen dafür, dass sich die Lage verschlechtern könne. Der stellvertretende SPD Fraktionsvorsitzende Dirk Lippmann sah in dem Umgang mit dieser Entwicklung eine der großen Zukunftsfragen, die unsere Gesellschaft beschäftigen werden. Nur wenn es gelinge, die medizinische Infrastruktur zu erhalten, könne der ländliche Raum an Attraktivität gewinnen.
Die Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem Klinikum Neumarkt sei sehr fruchtbar, fasste Peter Weymeyr zusammen. Er lobte das positive Engagement der Klinik-Mitarbeiter. Dank dem unermüdlichen Einsatz könnte die Arbeit trotz steigender Fallzahlen hervorragend bewältigt werden.

 
 

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