. „Armut macht einsam“

Veröffentlicht am 26.12.2017 in Soziales

Immer mehr Rentner stehen bei den Tafeln für kostenlose Lebensmittel an. Warum Weihnachten für die Betroffenen die schlimmste Zeit ist und wie man helfen kann, erklärt die Vorsitzende der Münchner Tafel im „Interview am Morgen“.

SZ: Die Tafeln in Deutschland klagen, dass sich die Zahl der bedürftigen Senioren binnen zehn Jahren verdoppelt hat. Sie leiten die Münchner Tafel, Frau Kiethe. Wer kommt zu Ihnen?
Hannelore Kiethe: Wir versorgen 20 000 Menschen in der Woche mit 120 000 Kilogramm Lebensmitteln. Menschen, die von Altersarmut betroffen sind, sind auch in München die Gruppe, die am schnellsten wächst. Etwa 40 Prozent unserer Gäste sind Senioren. Immer mehr von ihnen kommen in dieser reichen, aber teuren Stadt nicht mehr allein über die Runden. Leider haben alte Menschen aber eine große Scheu, uns um Hilfe zu bitten.
Warum ist das so?
Ich verstehe das gut. Diese Menschen haben jahrzehntelang gearbeitet und dann reicht das Geld plötzlich nicht mehr und sie sind auf andere angewiesen. Viele kommen erst, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist und sie nichts mehr zu essen im Haus haben, so sehr schämen sie sich.
Quelle: Süddeutsche

 
 

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